IPTV Glossar
IPTV
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Glossar
Das Glossar soll eine Übersicht und kurze Erklärung der gebräuchlichsten Abkürzungen und Ausdrücke in der IPTV-Welt liefern. Falls Sie einen Begriff vermissen, schreiben Sie bitte einfach eine Email und wir bemühen uns diesen Begriff schnellst möglichst aufzunehmen.

Bildwiederholfrequenz
Framerate

Mit der Bildwiederholfrequenz wird die Anzahl der Bilder pro Sekunde beschrieben.
Dabei wird zwischen interlaced (es werden Halbbilder gesendet - gerade und ungerade Zeilen des Bildes separat) und progressiv (es werden Vollbilder gesendet) unterschieden.
Beispiele:
  • p25: 25 Vollbilder in der Sekunde
  • i25: 50 Halbbilder in der Sekunde
  • p50: 50 Vollbilder in der Sekunde
In Deutschland gebräuchliche Raster sind:
  • 576i25 (PAL):
    • Auflösung 720x576
    • Bildwiederholfrequenz: 50 Halbbilder pro Sekunde
    • Verwendung: alle SD-Fernsehkanäle
  • 720p50:
    • Auflösung 1280x720
    • Bildwiederholfrequenz: 50 Vollbilder pro Sekunde
    • Verwendung: alle öffentlich rechtlichen HD-Fernsehkanäle (ARD, ZDF, arte,...)
  • 1080i25:
    • Auflösung 1920x1080
    • Bildwiederholfrequenz: 50 Halbbilder pro Sekunde
    • Verwendung: die meisten HD-Fernsehkanäle der privaten Sendeanstalten (ProSieben, SAT1,...)

CODEC

Als CODEC bezeichnet man ein Verfahren zur Datenkompression. Es steht für Coder-Decoder. Dabei kann man grob zwischen verlustfreien Verfahren (lossless) und verlustbehafteten Verfahren (lossy), sowie Hard- und Software-CODECS unterscheiden.
Hier eine Liste der bekanntesten CODECS:
  • Videocodecs
    • MPEG-1
    • MPEG-2
    • MPEG-4 (MPEG-4 Part 10 = H.264)
    • DivX
    • AVC
    • JPEG2000
    • WMV - WindowsMediaVideo
  • Audiocodecs
    • MPEG-1 Layer III (MP3)
    • MPEG-4 Part 3 (AAC)
    • RealAudio
    • Ogg
    • Flac
    • WMA - WindowsMediaAudio

Was immer wieder zu Verwirrungen und Verwechslungen führt ist der Unterschied zwischen dem CODEC und der eigentlichen Datei (z.D. AVI, MOV,...). Der Dateityp wird oft auch als Wrapper oder Envelope bezeichnet, was schon sehr gut seine Funktion beschreibt. Er fasst die Audio- und Videoinformation (manchmal auch zusätzliche Daten wie Untertitel,...) lediglich zusammen und indiziert diesen. In einem AVI, MOV o.ä. kann also als CODEC ziemlich alles enthalten sein. Somit sagt eine Dateiendung nur sehr wenig über den eigentlichen Inhalt aus.

DVB

DVB steht für Digital Video Broadcast und ist ein Standard für die Ausstrahlung von digitalem Satellitenfernsehen. Video, Audio und Daten, die mehrere Kanäle umfassen, werden in einen einzelnen Multiple Program Transport Stream (MPTS) gebündelt, der daraufhin auf einem Transponder übertragen wird.

EPG

EPG steht für Electronic Program Guide und ist eine Auflistung von Kanälen und der Programme, die aktuell und in naher Zukunft auf diesen Kanälen ausgestrahlt werden inklusive einer Beschreibung der jeweiligen Sendung.
Bei IPTV-Systemen können EPG Informationen über mehrere Wege zur Verfügung gestellt werden:
  • direkt aus den eingespeisten DVB-Signalen
  • aus dem Internet
  • mittels XML-Import
  • manuell

Die verfügbaren EPG-Informationen werden im Normalfall zu einem speziellen Server geschickt, der diese dann aufbereitet und z.B. als Web-Seite darstellt. Bei höherwertig integrierten Systemen kann dann auf diese Information direkt aus dem Player, bzw. von der STB zugegriffen werden.
EPG
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HD

HD steht für High Definition und ist ein Sammelbegriff für höhere Bildauflösungen.
Gebräuchlich sind 1080 und 720. Mit 1080 wird ein Raster von 1920x1080 Bildpunkten und mit 720 ein Raster von 1280x720 Bildpunkten bezeichnet. Das Seitenverhältnis (im Gegensatz zu SD) ist bei HD 16:9.

IGMP

IGMP steht für Internet Group Management Protocol und dient zur Organisation von Multicast-Gruppen. Da bei Multicast die Verwaltung nicht auf den Sendern, sondern auf den Switchen und Routern stattfindet, dient dieses Protokoll dazu den Komponenten mitzuteilen, dass ein Client jetzt einen Multicast empfangen will oder sich von ihm trennt.
Es gibt 3 Versionen von IGMP, mit folgenden Eigenschaften:
  • IGMP v1: Der Client kann einen Multicast anfordern (IGMP join). Ein Abmelden ist nicht implementiert und wird über einen Timeout realisiert. Dies kann gerade beim schnellen Zappen durch Kanäle zu unerwünschtem Triffic im Netzwerk führen.
  • IGMP v2: Der Client kann einen Multicast anfordern (IGMP join) und diesen auch wieder verlassen (IGMP leave). Damit können auch Multicasts mit großer Bandbreite behandelt werden.
  • IGMP v3: Hier kann zusätzlich mit vorgegeben werden, von welcher Quelle der Multicast gewünscht wird und erweitert somit IGMP v2 um einen Sicherheitsaspekt.

Für eine sinnvolle Verwaltung von IPTV sollten somit die verwendeten Netzwerkkomponenten zumindest IGMP v2 unterstützen.

MPEG

MPEG ist die Abkürzung für Moving Picture Experts Group eine Gruppe von Experten, die sich mit der Standardisierung von Videokompression und den dazugehörenden Bereichen, wie Audiodatenkompression oder Containerformaten, beschäftigt. Umgangssprachlich wird mit "MPEG" meistens nicht die Expertengruppe, sondern ein spezieller MPEG-Standard bezeichnet.
Die am weitesten verbreiteten MPEG-CODECs sind:
  • MPEG-1: Internet, Video-CDs
  • MPEG-2: SD-Programme über DVB, DVD,...
  • MPEG-4 part10 = H.264: HD-Programme über DVB, BluRay,...

Multicast

Multicast bezeichnet in der Telekommunikation eine Nachrichtenübertragung von einem Punkt zu einer Gruppe (auch Mehrpunktverbindung genannt). Der Vorteil von Multicast besteht darin, dass gleichzeitig Nachrichten an mehrere Teilnehmer oder an eine geschlossene Teilnehmergruppe übertragen werden können, ohne dass sich beim Sender die Bandbreite mit der Zahl der Empfänger multipliziert. Der Sender braucht beim Multicasting nur die gleiche Bandbreite wie ein einzelner Empfänger. Handelt es sich um paketorientierte Datenübertragung, findet die Vervielfältigung der Pakete an jedem Verteiler (Switch, Router) auf der Route statt.
Multicast ist die übliche Bezeichnung für IP-Multicast, welches es ermöglicht, in IP-Netzwerken effizient Pakete an viele Empfänger zur gleichen Zeit zu senden. Das passiert mit einer speziellen Multicast-Adresse. In IPv4 ist hierfür der Adress-Bereich 224.0.0.0 bis 239.255.255.255, in IPv6 jede mit FF00::/8 beginnende Adresse reserviert. Zusätzlich wird zur Koordination bei IPv4 das Protokoll IGMP oder CGMP (nur Cisco-Komponenten) benutzt. In IPv6 übernimmt ICMPv6 die Steuerungsfunktion.
Multicast

Querier

Als IGMP Querier (oder Rendezvous Point bei Cisco-Komponenten) wird derjenige Switch oder Router bezeichnet, der für die Verteilung und Verwaltung der vorhandenen Multicast-Streams verantwortlich ist. Pro VLAN ist stets nur ein einziger Switch/Router als IGMP-Querier zu konfigurieren.

RTSP

RTSP steht für RealTime Streaming Protocol und ist ein Netzwerkprotokoll zur Steuerung von AV-Streams. Diese findet bei VoD Verwendung und implementiert Funktionen wie Pause, Stop, Play, gehe zu Zeitpunkt,...
Innerhalb des RTSP wird normalerweise ein UDP-Unicast Stream gesendet.

SAP

SAP steht für Session Announcement Protocol und ist ein Netzwerkprotokoll, welches Multicast-Multimediasitzungen und andere Multicast-Sitzungen unterstützt und die entsprechende Sitzungskonfiguration an die Clients weiterleitet.
Der SAP-Ankündiger sendet dabei periodisch Ankündigungspakete (im Regelfall alle 30 Sekunden) an die allgemein bekannte ("well known") Multicast-Adresse (sap.mcast.net = 224.2.127.254) auf den entsprechenden Port (Standard: 9875). Der SAP-Client horcht auf diesem Port, um eventuelle Anfragen für Multicast-Sitzungen erkennen und annehmen zu können. Im SAP-Annoucement wird eine Zuordnung der Multicast-Adressen zu Kanalnamen übermittelt. Somit können Clients, die SAP unterstützen einfach einen übermittelten Kanal (ARD, Hauskanal,...) auswählen und müssen nicht mühsam die Multicast-Adresse eingeben.

SD

SD steht für Standard Definition und ist ein Sammelbegriff für niedrigere Bildauflösungen.
Gebräuchlich sind PAL (576i25) mit 720x576 Bildpunkten und NTSC (480i29,79i) mit 720x480 Bildpunkten. Das Seitenverhältnis (im Gegensatz zu HD) ist bei SD 4:3.

SNMP

Das Simple Network Management Protocol, ist ein Netzwerkprotokoll, um Netzwerkelemente (z. B. Router, Server, Switches, Drucker, Computer usw.) von einer zentralen Station aus überwachen und steuern zu können.

STB
Settop-Box

Eine Set-Top-Box (STB) ist ein Gerät, das ein externes Signal in ein Format umwandelt, das von einen Fernseher oder LCD wiedergegeben werden kann.
Im Normalfall übernimmt eine STB also folgende Funktionen:
  • Anzeige der verfügbaren Kanäle
  • Auswahl des Kanals der wiedergegeben werden soll
  • Decoding des Signals
  • u.U. Skalierung auf das Wiedergabegerät
  • u.U. Bildverbesserung (Deinterlacing, Anpassung der Bildwiederholfrequenz,...)
  • u.U. DA-Wandlung
IPTV Set-Top Box

Syslog

Syslog ist ein De-facto-Standard zur Übermittlung von Log-Meldungen in einem IP-Rechnernetz.
Dabei sendet das Gerät Syslog-Nachrichten an einen Syslog-Server, der diese sammelt und meist auch für den Administrator tabellarisch und graphisch aufbereitet.

Transportstrom
MPTS
SPTS
Ein Transportstrom (englisch: Transport Stream, TS, TP, und MPEG-TS) ist der Name für ein standardisiertes Kommunikationsprotokoll zur Übertragung von Audio, Video, und Daten. Mit MPEG-TS wird die Ausgabe von digitalem Video und digitalem Audio durch Multiplexing synchronisiert. Die Transportströme bieten eine Fehlerkorrektur bei unzuverlässigen Medien und werden bei Broadcast-Medien wie DVB und ATSC eingesetzt.
Elemtente des Tranportstroms sind:
  • Paket: Basiseinheit eines Transportsstroms
  • PID (packet identifier): Jede Tabelle oder jeder Elementary Stream in einem Transportstrom wird durch PID identifiziert. Ein PID signalisiert entweder ein Spezialpaket (PAT oder PMT) oder ein Datenpaket, das zu einem bestimmten Elementarstrom gehört.
  • Programme: Gruppen, die aus einem oder mehreren in Beziehung stehenden PIDs bestehen.
  • PMT: Die Program Map Table, (PMT) enthält Informationen über die Programme. Für jedes Programm gibt es eine PMT, assoziiert mit seiner eigenen PID. Die PMTs beschreiben, welche PIDs Daten für das Programm enthalten.
  • PAT: PAT steht für Program Association Table. Die PAT listet alle PIDs für alle PMTs im Strom auf.
  • PCR: Um dem Dekoder eine zeitlich und geschwindigkeitsrichtige Darstellung zu ermöglichen, enthält das Programm eine Program Clock Reference, oder PCR, aufbauend auf den PIDs im Programm.
  • Null Pakete: Bestimmte Übertragungsprotokolle, wie ATSC und DVB, schreiben eine konstante Bitrate vor (CBR). Um dieses sicherzustellen, kann es vorkommen, dass ein Multiplexer zusätzliche Pakete einfügen muss.

Man unterscheidet zwischen:
  • MPTS (Multiple Program Transport Stream): Transportstrom der mehrere Video- und Audio-Ströme enthält
  • SPTS (Single Program Transport Stream): Transportstrom der nur einen Video- und Audio-Strom enthält
Transportstrom

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UDP

UDP steht für User Datagram Protocol, einem minimalen, verbindungslosen Netzwerkprotokoll, das zur Transportschicht der Internetprotokollfamilie gehört.
Bei UDP handelt es sich um ein "Send and Forget" Protokoll. Es wird also weder überprüft, ob die Datenpakete wirklich alle beim Empfänger angekommen sind noch ob sie dies in der richtigen Reihenfolge tun. UDP ist somit nur sinnvoll in "geschlossenen" Netzwerken einsetzbar, wo man sowohl Einfluß über den Packet-Loss, wie auch über das Routing hat. Für den Transport über das "Public-Internet" sind somit zusätzliche Layer erforderlich.

Unicast

Unicast bezeichnet die Übertragung von Nachrichten zwischen einem einzigen Sender und einem Empfänger. Die dazu verwendete Adresse, die das Ziel eindeutig identifiziert, wird als Unicast-Adresse bezeichnet.
Unicast wird immer dann verwendet, wenn vertrauliche oder einzigartige Ressourcen angefordert werden (z.B. Kamera zu Projektor, VoD,...). Für die generelle Verteilung von AV-Signalen im Netzwerk verwendet man Multicast.
Unicast

VoD

Video-on-Demand beschreibt die Möglichkeit, digitales Videomaterial auf Anfrage herunterzuladen (Download) oder über einen Video-Stream direkt mit einer geeigneten Software anzusehen.
VoD wird von speziellen Servern zur Verfügung gestellt, die dieses meist per RTSP im Netzwerk zur Verfügung stellen.
Einen Sonderfall bilden die Internet-Video-Platformen, die die Videos nicht streamen sondern zum Download zur Verfügung stellen.